Presse


 

Home Fotosammlung Preise Nützliche Links Presse


 

Zeitungsartikel

Home
Fotosammlung
Preise
Nützliche Links
Presse

 

Nanu, wer guckt denn da beim Kneippen zu?

Von unserem Mitarbeiter Christian Kraus

Nicht ganz unbeobachtet darf sich fühlen, wer ins Kneippbecken bei Osann-Monzel steigt, um seine Durchblutung anzuregen. Denn hier lugt ein Fuchs hinterm Baum hervor, da spitzt ein Weißkopfseeadler seine scharfen Augen. Bei näherem Hinsehen wirken die Gesellen aber ziemlich hölzern.




Osann-Monzel. Kein Wunder, entstammen sie doch der Werkstatt von Hans Gorges. Der Rentner aus Osann kümmert sich nicht nur ehrenamtlich um das Wassertretbecken. Mit seinen Tierschnitzereien bessert er auch die Fauna am Oestelbach auf. "Ist das hier nicht ein herrliches Fleckchen Erde", schwärmt Erich Reiter aus Maring-Noviand. Der Rentner hat es sich auf der Sitzbank neben dem Wassertretbecken der Gemeinde Osann-Monzel gemütlich gemacht. Gerade eben noch ist er im "Storchengang" durch das wadenhohe Wasser gewatet, um seiner Gesundheit etwas Gutes zu tun. "Ich komme jeden zweiten Tag hierher. Wenn ich diesen Rhythmus mal nicht einhalten kann, spüre ich richtig, dass mir etwas fehlt."
Erich Reiter schätzt an seinem Abspannplätzchen in der Waldlichtung am Oestelbach aber nicht nur die Kneippgelegenheit. Es ist auch mehr als die Ruhe und Abgeschiedenheit, die ihn an diesen Ort zieht. Denn vor allem die Tiere, von denen er sich hier stets umstellt sieht, haben es ihm angetan. Eule, Uhu, Dachs, Fuchs, Biber, Fischreiher und Weißkopfseeadler sind immer dabei, wenn Reiter seine Durchblutung fördert. Wenn auch nicht leibhaftig, so doch immerhin aus Holz.
Die Tierschnitzereien stammen allesamt aus der Werkstatt von Hans Gorges. Der gelernte Tischler aus Osann-Monzel ist eigentlich schon in Rente. Um die Umgebung des Kneippbeckens fortwährend mit neuen Tieren zu bestücken, greift er aber dennoch immer wieder zu Stechbeitel und Holzhammer. Auf etwa 500 Stunden schätzt der Hobbyschnitzer die Zeit, in der er die bisher entstandenen sieben Figuren hervorgebracht hat.
Für die Arbeit an einer Tierskulptur befolgt Hans Gorges einige eherne Grundsätze: So kreiert er jede seiner Schnitzereien jeweils aus einem einzigen Holzstück. "Man muss nur das wegschnitzen, was nicht zum Tier gehört", scherzt er über die Details des Entstehungsprozesses. "Mit der Motorsäge schneide ich zunächst den Block aus, aus dem die Figur entsteht und gebe ihr die groben Konturen." Für die Feinarbeit nimmt er dann Stechbeitel und Holzhammer zur Hand. Um dunklere Konturen hinzubekommen, greift er zum Bunsenbrenner. Farben verwendet Hans Gorges ganz bewusst nur sehr sparsam. "Ich möchte gern den natürlichen Farbton des Holzes erhalten", sagt der Schnitzer. Lediglich um die natürliche Fellzeichnung eines Tieres abzubilden, verwendet Gorges etwas Farbe. Denn auf die originalgetreue Abbildung eines jeden Tieres legt Hans Gorges besonderen Wert: "Alle Tiere sind in Lebensgröße abgebildet. Bevor ich anfange zu schnitzen, informiere ich mich genau über das Aussehen des Tiers."
Und an einer neuen Schnitzerei arbeitet Hans Gorges auch schon: Bald soll ein Specht das Figurenensemble am Osann-Monzeler Kneippbecken erweitern.